Schlaflos in Berlin – Oberbaumbrücke zur blauen Stunde

Gut der Titel des Blogbeitrags mag etwas irreführend sein: Es geht nicht um das Berliner Nachleben (das hatte ich in der Vergangenheit ausgiebig getestet und für gut befunden 😉 ). Vielmehr geht es im Beitrag um die Oberbaumbrücke  zur blauen Stunde.

Eigentlich wollte ich die Oberbaumbrücke abends bei Sonnenuntergang zur ebensolchen fotografieren. Nur leider war die Brücke kaum beleuchtet und ich leider zu spät dran – somit keine blaue Stunde. Etwas entäuscht, aber am nächsten Morgen früh wach, entschloss ich mich um 06.00 Uhr noch einmal – vorbei an der East Side Gallery – zu Oberbaumbrücke zu ziehen.

Oberbaum Brücke Berlin zwischen Friedrichshain und Kreuzberg - Sonnenaufgang
Oberbaumbrücke Berlin

Zur Oberbaumbrücke hab ich einen besonderen Bezug: Zum einen ist es sicherlich die Berliner Brücke mit der auffälligsten Silhoutte. Zum anderen waren wir auf ihr schon bei Berlinbesuchen kurz nach der Wende rumgekraxelt. Ich kann mich noch gut an die Situation erinnern, als wir auf die Wachtürme im ehemaligen Todesstreifen geklettert sind und gleichzeitig die DDR-Grenzbeamten stoisch, direkt neben uns, ihre letzten Einsatztage abgeleistet haben.* Kein Jahr zuvor hatten mir meine Verwandten bei einem DDR-Besuch hier noch die Grenzanlagen aus der vorbeifahrenden S-Bahn gezeigt.

Sonnenaufgang über dem Osthafen Berlin

Um so schöner, dass die Brücke heute wieder ihren eigentlichen Zweck als Verkehrsbrücke dient. Die U1 quert hier zwischen Warschauer Strasse und Schlesisches Tor die Spree. Und Fussgänger, Radfahrer und Autos nutzen diese – fast mittelalterlich, trutzig wirkende Brücke – ebenfalls als kürzeste Verbindung zwischen den Stadteilen Kreuzberg und Friedrichshain.

* Nachtrag: In einer alten Umzugskiste habe ich die dazu passenden Bilder (August 1990) gefunden: die Oberbaumbrücke als Lost-Place, gesperrte Gleisanlagen der Brücke, die U-Bahn, die in Kreuzberg Endstation hatte, verlassene Grenzanlagen, teilweise gekippte Bewachungstürme und Graffitis – das alles im August 1990, keine 10 Monate nach der Maueröffnung. Dazwischen noch, wie oben beschrieben, die DDR-Grenzer mit Waffen, ohne Mission und Auftrag auf verlorenem Posten (aber damals immer noch repsekteinflössend). Alles in allem aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, wie schnell sich hier alles geändert hat …

 

 

 

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