5 Tipps gegen verwackelte Bilder – so gelingen scharfe Fotos

Verwackelte und unscharfe Bilder im Nachgang eines Foto-Projekts auf der Speicherkarte finden, dass will keiner. Um so enttäuschender, wenn man plötzlich entdeckt, dass alles im Bild gepasst hat – bis eben auf das eine kleine Thema – die „Schärfe“.

Dabei gibt es 5 kleine Tipps, wie sich unscharfe Bilder schon beim Fotografieren vermeiden lassen.



Die 5 Foto-Basic-Tipps für scharfe Bilder

  • Kurze Verschlusszeiten nutzen (Moment verkürzen)
  • Blende weit öffnen (Licht)
  • Höhere ISO-Zahl verwenden (Geschwindigkeit)
  • Stativ einsetzen (Stabilität)
  • Bildstabilisator Objektiv nutzen (Technik)

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Tipp 1: Kurze Verschlusszeiten
Der wohl naheliegendste Tipp für scharfe, nicht verwaltete Bilder ist eine kurze Verschlusszeit zu wählen. Doch wie lässt sich am schnellsten die mgl. verwacklungsfrei Verschlusszeit ermitteln?

Reziprok-Regel – verwackelte Bilder vermeiden
Als Faustformel kann hier die sogenannte „Reziprok Regel“ weiterhelfen.
Diese besagt, dass die jeweilige Brennweite im Kehrwert die „verwacklungsfreie“ Verschlusszeit liefert.

D.h. bei Brennweite
50mm – >  1 :   50mm = 1/50s
100mm – >  1 : 100mm = 1/100s
500mm – >  1 : 500mm  = 1/500s

Wie gesagt ist dies nur eine grobe Faustformel. Je nach Kameraobjektiv (Gewicht) und Sensorgröße (Vollformat – APS-C Sensor/Cropfaktor) ergeben sich hier leichte Abweichungen. Und auch die eigene „ruhige Hand“ hat hierauf einen zusätzlichen, individuellen Einfluss. Aber gerade beim Einsatz im Telebereich/Sport ist die Regel als Richtwert oft hilfreich. Bei Einsatz eines Bildstabilisators (Objektiv) sind natürlich – abweichend von der Reziprok-Regel – kürzere Verschlusszeiten (verwacklungsfrei) möglich.

Bildbeispiel: Das Portrait entstand im Freien an einem nebligen Herbsttag mit einem relativ schweren Teleobjektiv.  Blende 3.2, 105mm (Canon 70-200), 1/200s. Die Reziprokregel lieferte hier eine „Richtschnur“ für die Verschlusszeit.

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Tipp2: Blende öffnen
Eine kleinere Blendenzahl liefert mehr Lichteinfall. Das heißt das somit auch kürzere Verschlusszeit möglich sind -> siehe Beitrag Das fotografischeDreieck

Die Blende hat natürlich einen Einfluss auf die Bildwirkung: Ist Tiefenschärfe gewünscht „Ja“ oder „Nein“? und ist natürlich ein Gesichtspunkt der Bildgestaltung. Das heißt, wenn ich ein Porträt aufnehmen möchte, bei dem die Tiefenschärfe gering sein soll und ich das vorhandene Licht bestmöglich nutzen möchte, kann ich mit einer kleinen Blendenzahl auch mit kürzeren Verschlusszeiten verwacklungsfrei fotografieren. Bei großer Tiefenschärfe (Landschafts- oder Nachtfotografie) wird mir das öffnen der Blende (=geringe Tiefenschärfe) nicht helfen und ich muss mir anderweitig behelfen (s. Punkt Stativ, ISO, Stabilisator, Verschlusszeit).

Topaz_807A3862_test_002

Bildbeispiel: Das Portrait entstand auf einem Dachboden. Licht lieferte nur ein kleines Dachfenster schräg von oben. Blende 1.4, 50mm, 1/100s

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Tipp 3: Höhere ISO- verwenden
Was oft vergessen wird ist der „Boost“ den höhere ISO-Zahlen liefern können. Und die das Fotografieren bei schwierigeren Lichtverhältnissen positiv beeinflussen. Gerade bei Sportaufnahmen werden fast zwangsläufig schnelle Verschlusszeiten benötigt – ein eventuelles Bildrauschen (was bei den meisten Kameras erst ab hohen ISO-Werten sichtbar wird) ist am Ende weniger negativ zu sehen, wie möglicherweise ein verwackeltes Bild.

Snowboard Worldcup Sudelfeld 2015

Bildbeispiel: Die Erhöhung auf ISO 800 (trotz Tageslicht/Winter/Sonne) ermöglichte hier  schnelle Verschlusszeiten.

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Tipp 4 – Stativ einsetzen
Ein Stativ liefert maximale Freiheit, was lange Belichtungszeiten (Lost Places, Nachtaufnahmen, Landschaft) angeht. Natürlich ist der Einsatz eines klassischen Stativs bei Portraitfotografie oder dynamischen Bildmotiven wie in der Sportaufnahmen oder Tierfotografie eher hinderlich. Bei beiden letztgenannten kann Dich mitunter ein Einbeinstativ mit Pistolengriff (für schnelle Einstellungen) unterstützen.

Bildbeispiel: Das Bild entstand an einem Winternachmittag in den Beelitz Heilstätten. Das vorhandene Licht war relativ gering. Die Struktur der Wände (Farbe) sollte möglichst durchgängig scharf sichtbar werden. Blende 20 (große Tiefenschärfe), ISO 100 (wenig Bildrauschen), 16mm (Objektiv Canon 16-40mm 2.8) und Verschlusszeit 1/8s.

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Tipp 5 – Bildstabilisator nutzen
Beim Objektivkauf macht sich ein Bildstabilisator meist deutlich im Preis bemerkbar. Gerade bei schweren Objektiven (Tele/Sport) oder im Nahbereich (Makro ohne Stativ) ist ein Stabilisator ein klarer Zusatznutzen. Einfach mal ausprobieren und in die Budgetkalkulation beim Objektivkauf mit einbeziehen.

fernsehturm_Sunset_020516_03HDR

Bildbeispiel: Am Standort des Fotos konnte ich zur blauen Stunde kein Stativ aufbauen. Es blieb somit nur das Fotografieren „aus der Hand“ + Einsatz des Bildstabilisators (Objektiv).

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Und abschliessend noch ein kleiner Zusatztipp:
Unscharfe Bilder haben zu 80% einen der oben genannten Gründe. D.h. diese 5 Punkte im Hinterkopf zu behalten hilft schon einmal gut weiter.

Wenn doch unscharfe Bilder auftreten?
Analysiere unscharfe Bilder: „wo lag der Fokus?“, „liefern die Kameradaten (Exif) Hinweise (Verschlusszeit, Blende, ISO, Brennweite)?“, „was war letztendlich der Grund für die Unschärfe?“ -> … und beim nächsten mal diese Fehlerquellen vermeiden.

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