Stilleben im Mini-Studio – ein 60 Minuten Projekt

Gestern traumhafter Schneefall, daher wollte ich die Zeit zum Fotografieren in der Natur vor der Haustür nutzen. Leider macht mir ein plötzlicher Eisregen und Schneestrum einen Strich durch die Rechnung.

Daher schnell umgeplant, um die Zeit positiv zu nutzen: Der Plan ein kleines Stilleben auf 2 qm Mini-Studio umsetzen. Und als Zeitfenster habe ich 1 Stunden angesetzt. Mal sehen ob es klappt.

Als Ausgangs-Set-Up dient ein alter Holztisch und 2 Blitzköpfe (Aufsteckblitze sind hier genauso gut und sogar etwas einfacher zu regeln in der Stärke). Als Hintergrund wird ein Packpapier gespannt und fertig.

Ein schwarzes Bild – korrekt?

Als erstes nehme ich ein Bild im M-Modus, mit 1/160/s und Blende 11 auf – fast komlett schwarz – wie gewollt.


Warum? Weil ich das vorhandene, natürliche Raum- und Festerlicht nicht lichtbestimmend haben möchte. Das Licht soll nun über die beiden Blitzquellen kommen. Daher erzeuge ich ein schwarzes Bild (ohne Blitzlicht).

Blitze einrichten

Nun richte ich den rechten Blitz auf den Hintergrund (in der schwarzen Rückfläche, ihr erinnert Euch, das Packpapier ist im dunklen Bereich des Bildes nicht sichtbar) und erzeuge einen Lichttspot.

Den zweiten Bild richte ich von links im 90 Winkel auf die alte Kamera und Schreibmaschine und leuchte beide damit aus.

Das Resultat der Kamera sieht so aus.

Bild schärfen und Hintergrund (Textur) einfügen

Im ersten Schritt schärfe ich das Bild im Hochpass-Filter nach (s. Video Bildbereiche Nachschärfen).

Dann füge ich die Hintergrundtextur mit der Bibliothek als eigenständige Ebene ein und male die Ebenenbereiche, welche Schreibmaschine und Kamera überdecken, frei. Den Modus setze ich dabei auf Soft Light/Weiches Licht. Durch den Lichtspot erhalte ich auch in der Textur diesen Leuchteffekt.

Im abschließenden Schritt erhelle bzw. dunkle ich mit Dodge & Burn die jeweiligen Bildbereiche ab, um eine stimmige Lichtsituation zu bekommen.

Tipp: Ich habe mir eine kleine Sammlung an Texturen zugelegt. Ob alte Mauern, Baumrinden, Stoffe, Wandstrukturern in Lost Places … Diese lassen sich hervorragend in Hintergründe einbauen und gebe dem Bild gerade bei Studioaufnahmen eine schöne, neue Tiefe und Struktur anstelle eines eintönigen Hintergrundkartons.

Vignette hinzufügen und Aufhellen

Dem Bild füge ich noch eine Vignette hinzu und dupliziere die Ebene und setze sie in den Screen-Modus.

Dann füge ich eine Ebenen-Maske hinzu und male die Bildstellen der Schreibmaschine die ich heller haben will mit dem Pinselwerkzeug frei.

Tipp: Dieses nachträgliche Aufhellen funktioniert auch wunderbar bei Portraits, Lost Places und Landschaftsaufnahmen. Einfach Ebene duplizieren – Screen-Modus – Maske + freimalen.

Das fertige Stilleben – „Alte Schreibmachine und Kamera in der Bibliothek“

… und vom Aufbau, Fotografieren und Photoshop Bearbeitung 57 Minuten – gut geschätzt 😉

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