Rembrandt-Licht in der Fotografie

Unter den Beleuchtungs-Setups in der Fotografie ist das Rembrandt-Licht sicherlich eines der bekanntesten Licht Set-ups. Wie der Name schon sagt geht es auf Rembrandt zurück. In einer einzigartigen Weise hat er dunkle und geheimnisvolle Portraitszenen erschaffen. In denen er meisterlich mit Licht und Schatten gespielt hat.

Was macht aber nun das Rembrandt-Licht aus?

Das wesentliche Charasteristikum des Rembrandt-Lichts ist ein Dreieck unterhalb des Auges auf der Wange der abgewandten Seite der Lichtquelle. Dieses Dreieck aus Licht und Schatten lässt die porträtierte Person geheimnisvoller wirken. Bewusst werden Teile des Bildes im Dunklen gehalten.

Das Licht-Set-up des Rembrandt-Lichts

Das Set-up der Lichtquelle (in der Regel eine Quelle) ist im 45% Winkel über der Person platziert. Als Lichtformer habe ich im Bildbeispiel eine kleine Octabox eingesetzt, um die Haut von Elena, trotz Schattenwirkung, weich auszuleuchten. Bei Männerportaits kann auch gut ein harter Lichtformer einsetzt werden. Die Lichtszene kann beliebig mit zusätzlichen Lichtquellen (z.B. Streiflicht von hinten) ergänzt werden. Im Bildbeispiel habe ich aber bewusst einen dunkle Szenerie im Stil der alten Meister-Potrait-Stilleben rausgearbeitet.

Das Rembrandt-Licht – charakteristisch durch das zusätzliche Licht-Dreieck auf der lichtabgewandten Seite

Licht-Set-up Rembrandt-Lichts im Vergleich

Um die Wirkung des Rembrandtlichts zu zeigen, habe ich ein weiteres Bild des Shootings angehängt, bei dem Elena klassisch frontal „ausgleuchtet“ ist. Man sieht hier deutlich, dass der Bildlook weniger stark durch Licht und Schatten beeinflußt wird.

Model & Styling: Elena

Das Bild 1 (von vorne) wirkt im Vergleich zum Rembrandt-Licht-Bild 2 „direkter“ und verliert etwas das Düstere und Geheimnisvolle. Eine oft bewußte Bildwirkung, die Rembrandt mit seiner Anordnung von Licht und Schatten zu „Portrait-Stilleben“ perfektioniert hat. Letztendlich liegt es aber an Euch, wie stark ihr diesen Bildlook ausreizen wollt. Auch eine Mischung aus beiden (wie beim Totenkopfbild – Bild 3) hat ihren Reiz, wie ich finde. Das Dreieck im Gesicht ist darin nicht so stark ausgeprägt – der Lichtformer ist im Winkel einfach leicht nach innen gedreht worden und kommt nun stärker von vorne.

„Danke Schön“

An diese Stelle ein großes Danke an Elena für das erste Shooting in diesem Jahr. Hat riesen Spaß gemacht!


Behind the Scenes – Hintergunddetails zum Shooting

Da ich öfter die Frage bekomme, wie das Shooting aufgebaut wurde bzw. wie hoch der Aufwand (Licht, Deko) ist, findet Ihr hier zum Abschluß die Hintergrunddetails des Barockshootings. Ersteinmal vorab – der Aufwand der Lichtgestaltung ist relativ gering und einfach.

Im linken Screenshot habe ich Euch eine „Lichtskizze“ aus Elixxier angehängt. (Kurz zu Elixxier – dies ist eine Software zum Vorabtesten von Lichtsets im Studio und ich werde die Software in den kommenden Wochen einmal im Detail vorstellen).

Wie man sieht wurde nur eine 90er Oktabox + Blitzkopf eingesetzt. Analog dazu könnt Ihr auch ein LED Dauerlicht oder einen regulären Aufsteckblitz verwenden. Und wir man rechts erkennen kann, wurde das eigentliche Set-up des Hintergrundes und der Deko mit relativ wenig Platzbedarf umgesetzt. Um den düsteren, altmeisterlichen Look zu erzielen, wurde der Hintergrund zusätzlich mit einem Dekorstoff abgehängt.

Material
Kamera: Canon R5 +Objektiv 24-70mm 2.8
Licht: 90 Octabox + Blitzkopf 500W
Dekoelemente + Rückwand/Stoff

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