„Hybride Räume – Holz, Licht, Pixel“
Die Installationen von Stephan Obermüller aka EULENBERGH, vereinen analoge Holzobjekte, Fotografien und KI-generierte Bilder zu einem immersiven Mixed-Media-Erlebnis, das die Grenzen zwischen realem und virtuellem Raum aufhebt. Durch Kombinationen von Projektionen, Spiegelungen und physischer Präsenz wird ein vielschichtiger Dialog zwischen Materialität und Digitalität eröffnet.
Reeller und virtueller Raum
Fotografie, Holz und Promptografie
Grenzverschiebung:
Die Objekte hinterfragen, wo der reale Raum endet und der virtuelle beginnt?
Die Übergänge sind fließend: Holzobjekte werden durch Licht transformiert, und Spiegelungen dehnen den Raum über seine physischen Grenzen hinaus.
Reeller Raum:
Die haptische Qualität der Holzobjekte symbolisiert Beständigkeit und Greifbarkeit. Sie verankern die Betrachter in der physischen Welt und erinnern an die Ursprünge des künstlerischen Schaffens.
Virtueller Raum:
Projektionen und Spiegelungen erschaffen eine digitale, ephemere Dimension. Die KI-generierten Bilder – inspiriert von Holzstrukturen oder fotografischen Details und konkreten Fotoprojekten – erscheinen wie fließende, träumerische Erweiterungen der Realität. Dieser Raum ist weniger greifbar, aber dafür umso eindringlicher in seiner visuellen Wirkung.
Triptychon „Bilder aus Strom“
Materialien: Fotografie, Promptografie, Spiegel, Holz – 2024
Sammlung zeitgenössische Kunst – Museum Stadt Wasserburg a.Inn
Im Triptychon Bilder aus Strom – Invisible Titan, Radio-Braut und Der weiße Bart – begegnen sich Moment, Realität und Fiktion. Sie verflechten sich, widersprechen einander und öffnen zugleich neue Räume.
Das Holzobjekt wird zur Bühne, auf der Erinnerung und Vorstellungskraft ineinander übergehen. Die klassische Fotografie trifft auf die spielerische Imagination der KI – ein Dialog, in dem keine Gewissheit bleibt. Eine Spiegelung des Moments, des faktisch Gewesenen – imaginär nachgestellt durch einen Prompt als Text in die KI eingetragen. Ist das Bild der KI aufgrund der einfließenden Erfahrung des Fotografens, der den tatsächlichen Moment, seinen fotografischen Blick und die Einstellungen der Kamera textlich spiegelt, deshalb nah am Tatsächlichen?
Cabinet des Dr. Caligari
Materialien: Fotografie, Promptografie, Spiegel, Holz – 2025
Ein hybrides Kunstobjekt aus Holz, Spiegeln, analogen Portraits und KI-generierten Bildern.
In EULENBERGHs „Cabinet des Dr. Caligari“ verschmilzt reale Fotografie mit digitaler Promptografie zu einem Raum zwischen Wirklichkeit und Illusion. Durch Spiegelungen entstehen neue Ebenen von Identität und Wahrnehmung – der Betrachtende wird Teil des Objekts, Teil des Spiels zwischen analoger und virtueller Welt.
Was als scheinbar greifbares Möbelstück aus Holz beginnt, entwickelt sich – durch Spiegelungen, Portraits und digitale Konstruktion – zu einem sich ständig wandelnden Wahrnehmungsraum. Die Betrachtenden werden Teil des Objekts, ihre Spiegelbilder verschmelzen mit den realen und künstlichen Porträts – ein Spiel mit Identität, Wahrnehmung und Ko-Präsenz zwischen Mensch und Maschine.
Dieses Werk ist kein Bild. Es ist ein Spiegelraum – ein Ort, an dem analoge Portraits und KI-generierte Promptografien nicht nebeneinander existieren, sondern sich ineinander auflösen.
Was ist real? Was ist algorithmisch? Was ist noch unterscheidbar?
Prellbock der Eitelkeiten
Materialien: Holz, Leinen, Fotografie, Siebdruck, Spiegel – 2025
Der „Prellbock der Eitelkeiten“ ist eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Menschen und der Frage, was im Leben wirklich Bestand hat. Likes, Reichweite, Selbstdarstellung und Geschwindigkeit bestimmen unseren digitalen Alltag. Das Werk stellt die Frage, was hinterlassen wir: digitale Beliebigkeit oder echte Spuren und Begegnung?
Das Werk thematisiert das Ende der Fahrt – den Moment, in dem alles zum Stillstand kommt. Der Prellbock steht als Sinnbild für die Grenze zwischen Leben und Vergänglichkeit, zwischen Substanz und Schein. Auf Leinen gedruckte Portraits und Vanitas-Motive treffen auf gebrochene Spiegel, in denen sich der Betrachter selbst in Fragmenten erkennt.
Was bleibt, wenn die Bewegung stoppt?
Was war echt – und was nur Eitelkeit?
Ready 2 be Made
Materialien: Holz, Leinen, Fotografie, Metal – 2025
Das „Ready Made“ wird zum „Ready 2 be Made“ – zum Puzzlestück einer neuen künstlerischen Epoche.
Die Idee, Duchamps Konzept des gefundenen Objekts in das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz zu übertragen, wird zur Blaupause einer zeitgenössischen Collage. Durch das sukzessive Zusammenführen realer, haptischer Elemente – Holz, Metall, Fotografie, Leinwand – entsteht ein Werk, das Zug um Zug aus der digitalen Imagination in die physische, greifbare Welt übertritt. Es ist ein Prozess des Übergangs: vom Virtuellen ins Reale, vom Algorithmus zum Objekt.
Im Zentrum steht die Frage nach Raum, Realität und Haptik.
Was ist echt, was ist algorithmisch erzeugt? Wo beginnt das Künstlerische – im Entwurf, im Prompt, im Material, im Moment des Zusammenfügens?
„Ready 2 be Made“ begreift sich nicht als Wettbewerb zwischen Kunst, Fotografie und KI, sondern als Dialog zwischen ihnen – als kreatives Miteinander, an das wir uns gewöhnen müssen, analog zu unserem alltäglichen Zusammenleben mit digitalen Systemen.
So wird das Werk zum Reflexionsraum über Authentizität im Zeitalter der unendlichen Reproduzierbarkeit – in Anlehnung an Walter Benjamins Frage nach der Aura des Kunstwerks.
Die Aura entsteht neu – nicht durch das einmalige Original, sondern durch den bewussten Akt des Zusammenfügens, des Überführens und des Greifbarmachens.
Broken/Zerbrochen
Materialien: Treibholz, Fotografie, Metall, Alu-Dibond, Spiegel – 2025
Mit BROKEN / ZERBROCHEN präsentiert der Chiemgauer Künstler EULENBERGH ein Werk, das sich mit den langfristigen Folgen sexuellen Missbrauchs in der Kindheit auseinandersetzt. Grundlage ist die persönliche Geschichte seines besten Freundes, der als Kind von einem Pfarrer missbraucht wurde und dessen Erfahrungen erst nun, Jahrzehnte später, in der Therapie aufgearbeitet werden.
Das Objekt verbindet ein Stück Treibholz aus dem Chiemsee – als Symbol für einen gezeichneten „Baum des Lebens“ – mit fotografischen Elementen und einem zerbrochenen Spiegel. Diese Materialkombination verweist auf innere Konflikte, Verletzungen und die Fragilität des Selbstbildes, die durch ein solches Trauma entstehen können. Zugleich schafft der Spiegel eine unmittelbare Einbindung der Betrachtenden.
Materialien: Treibholz, Fotografie, Metall, Alu-Dibond, Spiegel
BROKEN / ZERBROCHEN wird erstmals in der Mitgliederausstellung des AK68 in der ehemaligen Polizeistation Wasserburg am Inn ab 07.12.2025 gezeigt.
Kurzvita – Stephan Obermüller / EULENBERGH
Geboren: Rosenheim, Deutschland
Lebt und arbeitet: im Chiemgau, Bayern
Ausbildung:
Studium der Medien & Marketing (B.A.) sowie Kulturwissenschaft und Management (M.A.)
Künstlerische Praxis:
Stephan Obermüller – auch unter dem Künstlernamen EULENBERGH bekannt – arbeitet im Spannungsfeld von Fotografie, digitaler Kunst und KI-generierter „Promptografie“. Seine Werke verbinden klassische fotografische Techniken mit digitalen Prozessen, Bildgenerierung und physischen Objektinstallationen aus Holz, Spiegeln und Beton.
Im Zentrum seines Schaffens steht die Frage nach dem Wesen der Fotografie im Zeitalter künstlicher Intelligenz: Was bleibt real, wenn das Bild selbst zu denken beginnt?
Fotografie als Werk und Zeugnis des Moments
Im Gegensatz zu den in Sekundenbruchteilen erzeugten, algorithmisch zusammengesetzten KI-Bildern versteht Obermüller die Fotografie als bewussten, sinnlich erlebten Akt – als künstlerische Handlung, die Zeit, Raum und Wahrnehmung verdichtet.
Ein fotografisches Bild ist für ihn nicht bloß eine Reproduktion, sondern ein Werk: eine Bestandsaufnahme des Augenblicks, ein physischer Beweis für das Stattgefundene, ein Resonanzraum für das, was war und vergeht.
Während KI-Bilder das „Mögliche“ entwerfen, hält die Fotografie das „Geschehene“ fest – sie verleiht dem Moment Dauer und Bedeutung. Dieser menschliche Blick, die Entscheidung im Bruchteil einer Sekunde, bleibt für Obermüller der unersetzbare Kern fotografischer Authentizität.
Auszeichnungen (Auswahl):
European Photography Awards, London Photography Awards, MUSE Creative Awards, reFocus Awards, New York Photography Awards (Platinum, Gold & Silver in mehreren Kategorien)
Für Anfragen zu Austellungen, Vita und weiteren Informationen wenden Sie sich bitte an:
ART by CONCEPT – Künstlermanagement
Frau Ulrike Fallmann, MA – uf@art-by-concept.com
A-1150 Wien

