Canon R5 – Wirklich so toll wie versprochen?

Lange darauf gewartet, Monate lang nicht lieferbar und durch Glück im Oktober eine der ersten ausgelieferten Kameras erhalten. Doch ist Canons spiegelloses Vollformat Flagschiff die Canon R5 wirklich eine Alternative zu Canon 5D Mark IV oder 1d? Wie fällt ein Resümee nach knapp 8 Monaten mit Einsatz im Studio, On-Location Portrait-Shootings und auf Lost-Places Touren aus?

Im Beitrag soll die Technik hinten anstehen (und auch das Thema 8k Video). Im Fokus stehen daher mehr die Vorzüge für kreatives Fotografieren und die neuen Möglichkeiten in meiner Arbeit und Bildgestaltung. Alle Bilder im Beitrag sind in den letzten Monaten (trotz anfangs kleinem „Corona-Kater“) mit der Canon R5 enstanden.

So ganz ohne Technik geht die Betrachtung dabei allerdings nicht – als Startpunkt ein paar der technischen Details und Versprechen die mich an der Canon R5 begeistert und „heiß“ gemacht haben.

Was war mir bei der Entscheidung für die R5 wichtig?

  • Allen voran die Geschwindigkeit des Autofokus (+ Augenautofokus für Portraits)
  • die Auflösung (im Vergleich zur R6 klar der Ausschlag für den Kauf der R5)
  • Low-Light Fotografie und Spielraum mit High-ISO
  • sowie neue Möglichkeiten durch Image-Stabilisierung (Kamera und Objektive) für „länger aus der Hand Aufnahmen“
  • das schwenkbare Display
  • und letztendlich das vertraute Bedienkonzept der 5d Mark IV incl. Joystick.
  • Und auch die Nutzung meiner bestehenden EF Objektive war ein wichtiges Kriterium.

Gewicht und Haptik?
Wenn man das erste Mal die Canon R5 in der Hand hält, fällt auf, dass Größe und Gewicht deutlich reduziert zur 5d Mark IV ausfallen. Und das ist für mich einerseits ein klares „Plus“. Die Kamera liegt trotz der kleineren Maße gut in der Hand. Den zusätzlichen Batteriegriff setze ich im Bedarfsfall im Studio ein – ansonsten ist die Kamera lediglich im Einsatz mit dem schweren Tele etwas frontlastig. Aber kein wirkliches Problem.

Auflösung, Details und Fokuseinstellung
Diese haben mich von Anfang an begeistert und das setzen von Fokus ist wie gewohnt einfach und flexibel möglich. Menüeinstellungen, der Joystick zum verschieben der Fokuspunkte absolut Canon-like. Hier habe ich mich sofort mit dem ersten Einschalten zu Hause gefühlt.
Mit den zuvor getesteten Canon 5 und RP bin ich im Vergleich nie warm geworden. Hier war mir das Menü absolut fremd und nicht intuitiv.

Der Augen-Autofokus?
Was soll ich sagen – bis auf ein paar spezielle Lichtsituationen – absolut zuverlässig. Und so etwas wie der „Rückfahrt-Warner“ im Auto. Nicht 100% notwendig, aber wenn man ihn hat, möchte man ihn nicht mehr missen. Für Portraitshootings – gerade im offenblendigen Bereich – eine kleine Versicherung, dass der Fokus am Ende dort sitzt, wo man ihn haben möchte. Der Augen-Autofokus funktioniert sowohl bei menschlichen als auch tierischen Augen (und wie im Beispiel zu sehen, auch von der Seite). Also ein klares „Plus“.

Das schwenkbare Display?
Zugegebenermaßen war ich mir hier anfangs etwas unschlüssig. Wie sieht es mit der Stabilität aus? Wie ist die Robustheit? In der Lost-Places Fotografie hat das Display neue Perspektiven eröffnet. Die so zuvor nur mit Winkelsucher oder Verrenkungen möglich gewesen wären.

High ISO und Bildstabilisator?
Allem vorweg, der Bildstabilisator ist wirklich beeindruckend und Bilder „aus der Hand“ auch mit schwerem Tele gut und verwacklungsfrei haltbar. Die ISO sind im unteren Bereich ohne nenneswertes Rauschen mühelos bis 3500 ISO „pushbar“. Bei einigen Nachtaufnahmen bin ich auch Bereiche um die 12500 genutzt. Und dies ist wirklich ein klares „plus“ und ein Tipp – raus aus den ISO Komfortbereichen und den Spielraum nutzen, den die Kameras bieten.

Den Vollmond habe ich aus der Hand mit Tele (ohne Stativ) fotografiert. (Blende 11, 1/400s, ISO 3500)

Und bei den 20er Jahre Bildern habe ich am Ende den Studioblitze ausgeschaltet und nur mit dem vorhandenen Licht zu fotografiert. Also auch ein klares „Plus“ hier.

„Pitfalls -Fußangeln“ die mir begegnet sind?

  • Die Einstellung zu finden, den Joystick zu aktivieren (Fokusverschiebung), dieser war per Default „nicht belegt“
  • Das erste Studioshooting mit dem elektronischen Sucher – die Suchervorschau hat natürlich (bei Studioeinstellung Zeit/Blende) erst einmal nur schwarz angezeigt. 😉
  • Manche Models vermissen bei Outdoor Shootings das typische „Klicken“ der Kamera (Spiegelauslösung) 😉
  • Dass die CF Speicherkarte einen speziellen CF Reader benötigt und hier nicht alle Karten/Leser kompatibel sind (zusätzliches Sony Format)


Was ich zusätzlich an der Canon R5 liebe?

  • Die klare Verwandtschaft zur Canon 5d Mark IV + Nutzung aller vorhandenen EF Objektive
  • Intuitive Menüführung und Knöpfe
  • Für mich die absolute Portrait- und „Lost Places“-Kamera – schnell, flexibel und kompakt
  • der elektronische Sucher – hell, klar und hochauflösend. Und bei Portraitshootings klarer Vorteil – bietet er zusätzlich das letzte Bild (auf Wunsch) 8 Sekunden im Sucher 🙂


Mein Fazit

Der Preis ist hoch – die Kamera aber das bisher beste Werkzeug, das ich in der Hand hatte.
Schnell, intuitiv und an jede Motiv-Situation anpassbar – ob Studio oder On-Location.

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