Glossar-Fotografie

Fotografie Glossar von A-Z – wichtige Fachbegriffe im Lexikon

Fachbegriffe zu Fotografie und Bildbearbeitung – einfach erklärt. Das Glossar wird laufend erweitert.


A

Abbildungsmaßstab
Der Abbildungsmaßstab beschreibt die Abbildung auf dem Sensor. Er ist in der Regel auf den Objektiven angegeben (= Größe der Motivabbildung auf dem Sensor) und spielt vor allem in der Makrofotografie eine Rolle. 1:1 bedeutet ein Gegenstand wird in 1:1 Größe abgebildet.

Abblenden
bedeutet das Schließen der Blendenöffnung (Verringerung der Lichtstrahlen durch Blende). Dies hat Einfluß auf die Tiefenschärfe und Lichtmenge (s. fotografische Dreieck)

APS-C (Sensorgröße)
Digitale Kameras unterscheiden sich in der Größe des Sensors. Dabei sind APS-C Sensoren (Advanced Photo System Classic) mit ca 25x17mm kleiner als Vollformat Sensoren (36x24mm) Bei Verwendung von Objektiven ergibt sich daher ein Crop-Faktor. APS-C Sensoren sind kein fester Standard sondern können je nach Hersteller in der Größe leicht variieren.

Auflösung
Anzahl der Pixel (Sensor) – je höher die Anzahl, desto besser werden die Bilddetails dargestellt (natürlich zusätzlich abhängig von Kamera und Objektivgüte).

Aufsteck- (Aufsatz) Blitz
oder auch Externer Blitz, Systemblitz bzw. Kompaktblitz aufgrund ihrer kompakten Bauweise. Sie lassen sich auf der Kamera anbringen (Blitzschuh) aber auch entfesselt nutzen (s. entfesselt Blitzen). Für Aufsteck oder Kompaktblitze gibt es auch Lichtformer, die die Lichtgestaltung unterstützen (weich, diffus, waben, hart)

Available Light
beschreibt die Nutzung des vorhandenen Lichts (Available Light). Speziell in der Portaitfotografie und in der Fotografie von Lost Places zu finden.

Fotografie Lexikon - Fachbegriffe im Glossar von A_Z
Fotografie Lexikon – alle wichtigen Fachbegriffe

B

Blaue Stunde
Zeitspanne innerhalb der abendlichen oder morgendlichen Dämmerung (vor Sonnenaufgang/nach Untergang). Der Himmel ist dabei bläulich gefärbt, daher der Name „Blaue Stunde„. Im Gegensatz dazu ist im englischen oft der Begriff Golden Hour gebräuchlich, der sich aber stärker auf die Zeitspanne von Sonnaufgang und Untergang (Goldene Stunde) bezieht, also der Färbung des Himmels in goldenen Tönen.

Blende
Beschreibt die Öffnung im Objektiv, durch die reguliert Licht dringt. 
Geschlossene Blende (hoher Wert): Wenig Licht, große Schärfentiefe
Offene Blende (kleiner Wert): Viel Licht, geringe Schärfentiefe

Blendenautomatik
Bei der Blendenautomatik (oder auch Zeitvorwahl) wird eine feste Belichtungszeit bzw. Verschlußzeit vorgewählt. Die Kamera stellt dann die geeignete und passende Blende automatisch ein.

Blendenstern
Abhängig von Qualität des Objektives kann dieses bei Blende 16-22 aufwärts sogenannte Blendensterne erzeugen. Die Lichtquellen (Sonne, Lichter Straßenbeleuchtung) werden dann sternförmig abgebildet.

Blitzschuh
Halterung für externen Blitz oder drahtlosen Funkauslöser (Fernauslöser) an der Kamera.

Bokeh
Das Bokeh (japanisch Dunst/Unscharf) ist in der Fotografie ein Begriff für die Qualität eines Unschärfebereiches bzw. die Abbildung dessen durch ein Objektiv. Das Bokeh entsteht bei offenblendiger Fotografie (unscharfer Hintergrund) und wird daher vor allem in der Portraitfotografie eingesetzt.

Bowens Anschluss
ist ein Standard-Anschlußsystem (Bajonett) für Lichtformern (Beauty Dish, Strip Lights, Softbox,…) an Studioblitzen und Dauerlicht. Durch den besonderen Anschluß des Bowens-Mount arretieren diese fest und stabil am Studioblitzkopf.

C

Crop
Bildauschnitt (Crop) – Bildzuschnitt z.B. in Photoshop, um die Szene interessanter/stärker darzustellen.

Crop Faktor
Ursache für den Crop-Faktor (Beschnitt) sind Sensorgrößen. Bezogen auf Vollformat bilden diese Sensoren das ursprüngliche analoge Kleinbildformat (24x36mm) 1:1 ab. APS-C Sensoren sind kleiner und bilden daher das Ganze mit einem sogenannten Corp-Faktor beschnitten ab (Canon 1.6 – Nikon 1.5). Dieser Crop-Faktor hat einen Einfluß beim Einsatz von Objektivbrennweiten (Vorteil bei Tele, Nachteil bei Weitwinkel).

D

Diffusor
oder auch Lichtformer – hilft dabei Blitzlicht natürlich und weich zu gestalten.

Dodge & Burn
Bildbearbeitungstechnik in Photoshop bei der dunkle Stellen verstärkt und helle Bereiche aufgehellt werden (Dodge & Burn Tool). Der Begriff kommt ursprünglich aus der analogen Bildentwicklung – „Abwedeln und Aufhellen“ – im Fotolabor.

DoF (Depth of Field) – Tiefenschärfe
beschreibt den abgebildeten Schärfebereich (nähester und entferntester Punkt der scharf abgebildet wird) in Abhängigkeit von Objektivbrennweite, Blende und eingestellter Entfernung zum Objekt. Die Berechung dieses Bereiches ist vor allem in der Makro- und Landschaftfotografie wichtig, um einen größtmöglichen Bereich (Vordergrund/Hintergrund) scharf abzubilden. Bei der Berechnung helfen Apps wie Photopills.

DSLM
Digitale spiegellose Systemkamera – DSLM (Digital Single-Lens Mirrorless)

DSLR
Digitale Spiegelreflexkameras mit Spiegelauslösung – DSLR (Digital Single-Lens Reflex)

E

Entfesselt Blitzen
Auslösen eines Blitzes (oder mehrerer Blitze) der/die – nicht auf der Kamera bzw. Blitzschuh – sondern frei im Raum platziert durch Funkauslöser (od. Infrarot) „entfesselt“ ausgelöst wird/werden.

F

Fotografische Dreieck
oder Belichtungsdreieck beschreibt den Zusammenhang aus Verschlusszeit (Shutter Speed), Blende (Aperture) und ISO. Diese beeinflussen gemeinsam die Belichtung. Die Grundidee des Dreiecks ist dabei, dass sich durch Ändern dieser Werte die gleiche Belichtung erreichen lässt (s. Fotografische Dreieck).

Festbrennweite
Objektiv mit fester Brennweite (kein Zoom). Vorteile in der Regel, kompakter, leichter, lichtstark und Vorteile in der Bokehzeichnung.

G

Graufilter (ND-Filter)
werden vor allem in der Landschaftsfotografie eingesetzt, wenn viel oder ausreichend Licht vorhanden ist – aber die Belichtungszeit ausgedehnt werden soll, um Zeit und Bewegung einzufrieren z.B. fliessendes Wasser. Ein weitere Einsatz ist das Abdunkeln bestimmter Bereiche (per Verlauf) um Helligkeit partiell zu reduzieren (z.B. Himmel). Graufilter werden auch als ND (Neutraldichte Filter) bezeichnet. Es gibt sie in verschiedenen Stärken ind Ausführungen (Verlauf, Steck-System, Schraubfilter)

Goldene Stunde
ist der Zeitrum, in dem die Farben des Himmels von Rot, Orange und Gelb – zu Goldtönen (warme Farbtemperatur) wechseln. Da die Sonne tief steht, ist das Licht weich und diffus. Der Goldenen Stunde folgt (Sonnenuntergang) bzw. geht voraus (Sonnenaufgang) die Blaue Stunde.

H

Halbautomatik-Programm
Als Halbautomatikprogramm bezeichnet man die Blendenautomatik (TV) und Zeitautomatik (AV). Bei der jeweils einer der Werte manuell gewählt wird und die Kamera die passenden Werte automatisch hinzufügt.

HDR – Bild
HDR (High Dynamic Range) Bilder entstehen aus einer Belichtungsreihe (hell bis dunkel), die im Anschluß mit einer HDR Software (Photoshop, Photomatix, HDR Effex Pro) zusammengefügt werden. Dabei könen dann Licht und Schatten aufeinander abgestimmt werden. Einsatz vor allem in Lost Places und Landschaftsfotografie.

High Key Fotografie
Helle Darstellung, Farbtöne, weiches Licht und wenig Kontrast in der Bildgestaltung meist Portrait und Schwarz/Weiß-Fotografie (Gegensatz: Low-Key)

Histogramm
detaillierte Informationen (in grafischer Darstellung) zur Helligkeitsverteilung im Foto (Kameradisplay) und bei der Bildbearbeitung (Photoshop, Lightroom).

I

ISO
Der Begriff stammt usprünglich aus der analogen Fotografie (Filmempfindlichkeit). Je empfindlicher (höher der ISO-Wert) der Film, desto weniger Licht ist notwendig, desto körniger ist der Film. In der digitalen Fotografie verhält sich dies ähnlich: je höher der eingestellte ISO-Wert, desto besser kann mit wenig Licht umgegangen werden, was aber im Gegenzug zu Bildrauschen führen kann. (ältere verwandte Bezeichungen auch ASA, DIN)

Image Stabilizer
oder auch Bildstabilisator, Optical Stabilizer unterstützen in Kamera und/oder Objektiv verbaut die Reduktion von Verwackelungen.
Vorteil: Bilder können bei längeren Belichtungszeiten verwacklunsgfrei aufgenommen, bzw. längere Brennweiten (Tele) können bei längeren Belichtungszeiten verwacklungsfrei eingesetzt werden (s. Reziprok Regel).

J

JPEG
JPEG Bilder sind komprimierte Bilder mit eingeschränkter Farbtiefe (mx 256 Farben/Kanal). Dieses bietet Vorteile in der Dateigröße. JPEGs können nachträglich in Bildbearbeitungsprogramme bearbeitet werden, wenn auch mit Grenzen und Verlust von Bildinformationen. In kontrastschwachen Bereichen werden Kompressionsartefakte in der Bildbearbeitung schneller sichtbar.
Vorteile und Nachteile der Fotografie mit JPEG.

K

Kleinbild-Format
analoges Bildformat 24 mm × 36mm (Film). Weiterführung im digitalen Vollformat (Sensorabmessung).

L

Lichtformer
Als Lichtformer bezeichnet man Aufsätze für Studioblitze und Dauerlicht, mit denen sich das Licht in seinem Charakter steuern lässt.
Lichtformer: Beauty Dish, Strip Lights, Softbox, Reflexschirme, Octabox,…

Lightroom
Bildbearbeitungs- und Bildverwaltungssoftware von Adob Systems. Teil der Photoshop-Familie mit Focus auf schneller Bildbearbeitung und Bereitstellung (Web, Print) von Bildserien (z.B. Hochzeiten, Events). Kann mit LR-Presets ergänzt werden, um schnelle Bildlooks zu erzeugen.

Low-Key Fotografie
Im Unterschied zur High-Key Fotografie überwiegen hier die dunklen Bildbereiche. Oft in der Portrait- oder Aktfotografie eingesetzt, um dunkle Bildbereiche mit Konturlinien zu akzentuieren.

M

Makro Objektive  
Makro-Objektive ermöglichen große Abbildungsmaßstäbe von 1:1 oder 1:2. Damit wird es möglich Nah- und Makroaufnahmen in der Makrofotografie herzustellen.

N

Neutraldichte-Filter (ND Filter)
oder meist auch Graufilter (s. Graufilter).

O

Offenblende
beschreibt die größtmögliche Blendenöffnung eines Objektivs (= kleinster Wert Blende 1.2, 2.8,…). Wichtig für Erstellung eines Bokehs in der Portaitfotografie.

On Location
frei übersetzt mit „vor Ort“ – bezeichnet Shootings in der Natur, in Lost Places, Gebäuden – im Gegensatz zur Studiofotografie.

P

Photoshop
Bildbearbeitungssoftware von Adobe Systems (San Jose USA). Seit 1980 Standard für digitale Bildbearbeitung.

Programmautomatik
Sowohl Blende als auch Verschlußzeit werden automatisch durch die Kamera vorgegeben. Diese können dann in der Regel bei den meisten DSLR bzw. DSLM manuell angepasst werden. Die ISO kann dabei vom Fotografen vorab definiert werden.

R

RAW
RAW-Fotos (eng. Roh, Rohdatenformat) speichern das maximale an Bildinformationen ab (10-16Bit) die der Sensor liefert. Die „Rohdaten“ werden dabei in der Regel um weitere Daten wie EXIF (Exchangeable Image File Format, Metadaten der Kamera) und ein JPEG-Vorschaubild (Display) ergänzt. Auf den ersten Blick sehen RAW-Bilder im Vergleich zu JPEG-Bildern flau und unschärfer aus (da die JPEGs ja bereits in der Kamera automatisch bearbeitet wurden). Deshalb ist bei RAW-Fotos die nachträgliche Bearbeitung (Software) der „Rohbilder“ notwendig. Vorteile der RAW-Fotografie.

Reflektor
Ist ein Lichtformer, der zum Aufhellen (Reflektor) bzw. Abschatten (Diffusor) eingesetzt werden kann. Neben Stoff- und Folienreflektoren (weiß, silber, gold) werden in der Studiofotografie häufig auch Styroporwände als Reflektoren eingesetzt.

Reziprok-Regel
Als Faustformel kann die sogenannte „Reziprok Regel“ weiterhelfen, verwackelte Bilder zu vermeiden.
Diese besagt, dass die jeweilige Brennweite im Kehrwert die „verwacklungsfreie“ Verschlusszeit liefert.
D.h. bei Brennweite 50mm – >  1:50mm = 1/50s // bei 100mm – >  1:100mm = 1/100s // bei 500mm – >  1:500mm  = 1/500s

S

Sonnenblende /Streulichtblende (Gegenlichtblende)
verhindert das Einfallen von seitlichem Streullicht (Objektiv), was zu Bildbeeinträchtigungen führen kann (Lens Flares). Zusätzlich bietet die Streulichtblende Schutz vor Regen und Stößen. Bei Lost Places Fotografie eine wichtige Komponente zum Schutz des Objektives.

Studioblitz
im Vergleich zu Systemblitzen (Kompakt) sind Studioblitze in der Leistung stärker und leistungsfähiger. Sie werden in der Studiofotografie in Kombination mit Lichtformern eingesetzt, um die gewünschte Lichtstimmung zu erzeugen. Auslösung in der Regel drahtlos (Funkauslöser) und Einstellung der Leistung manuell.

T

Tropfenfotografie
Kleine Welten enstehen bei der Tropfenfotografie, die normalerweise dem bloßen Auge verborgen bleiben. Durch Blitz werden die Tropfen eingefroren und bei der Tropfentechnik TaT (Tropfen auf Tropfen) werden gezielt Tropfen ineinander gesteuert, bis sich kleine Wasserskulpturen bilden.

Telekonverter
Zwischenring (Extender) zum Vergrößern der Brennweite eines Teleobjektives. Je nach Faktor wird die Brennweite verlängert, die Lichtstärke (Offenblende) nimmt im Gegenzug dazu ab.

V

Vollformat
Klassifizierung von Bildsensorgröße bzw.Kamera (im Vergleich zu kleineren Bildformaten wie dem APS-C-Format). Bezeichnet ein Bildformat, welches dem des 35mm KLeinbildfilms (analog) entspricht (24 mm × 36 mm).

W

Weißabgleich
Der Weißabgleich (White Ballance, WB, AWB) stellt sicher, daß eine Aufnahme dem natürlichen Licht (Farbtemperatur) der Aufnahmesituation entspricht. Beim Fotografieren im RAW Format kann der Weißabgleich nachträglich erfolgen bzw. die Farbtemperatur (Kelvin) in der Bildbearbeitung angepaßt werden.

Z

Zeitautomatik
Ist eine Belichtungsautomatik (AV), bei der die Blende vorab manuell gewählt wird (Blendenvorwahl). Die Kamera liefert dann automatisch die passende Verschlußzeit (Zeit).

Zentralverschluß
(oder konzentrischer Lamellenverschluß) ist neben dem Schlitzverschluß (Lammellen) der gängigste Verschluß bei Fotokameras. Bei älteren Kameras wurde auch oft ein Schlitzverschluß (mit Tuch) eingesetzt. Alle genannten Arten gehören zu den mehanischern Verschlüßen. Bei neuen spiegellosen Digital-Kameras kommt zusätzlich ein elektronischer Verschluß zum Einsatz, bei dem der Sensor ausgelesen wird.

Zwischenringe
Sind Schraubringe, die auf Objektiven eingesetzt werden, um verschiedene Filtergrößen und Objektivfilterdurchmesser modular aufeinander abzustimmen.